Wachsendes Interesse an Kunst und Religion

Abendmahls- kelch

Beide – Kunst wie Religion – gehören zu den Systemen unserer Kultur. Ihre Beziehung zueinander ist gekennzeichnet durch besondere Nähe oder durch besondere Spannung. Darum bedarf sie stets neuer Klärung – gerade im evangelischen Umfeld.
 
Schließlich spielen in der protestantischen Kirchengeschichte Bilderverbot und Bildersturm eine einschneidende Rolle. In der Zeit der Romantik hat der Protestantismus als Religion der Innerlichkeit neue Zugänge zu Kunst, Bild und Gestaltung gefunden.
 
Zur Milleniumswende ist "das ästhetische Jahrzehnt" proklamiert worden. Das Interesse für Kunst – für historische ebenso wie für aktuelle – wächst in der Evangelischen Kirche. Auch entdecken Gemeinden den Kirchenraum neu als besonders gestalteten Ort zur Feier der Nähe Gottes.

Kirchliche Pressure-Group für künstlerische Qualität

Die Ursprünge des Vereins liegen beinahe 150 Jahre zurück. Im Jahr 1857 gründeten württembergische Pfarrer, Stuttgarter Mäzene und Künstler den "Verein für christliche Kunst". Ihre Initiative richtete sich gegen ein staatlich organisiertes Kirchbau-Programm. Dabei ging es ihnen um angemessene Gestaltung von Gottesdiensträumen und um Förderung von Kunst im Raum der Kirche. 

 

Bis weit ins 20.Jahrhundert hinein hat der Verein maßgeblich auf Kirchbau und Kunstverständnis – auch über die Grenzen der württembergischen Landeskirche hinaus – Einfluss genommen. Nachdem der Leitbegriff "christliche Kunst" missverständlich geworden war, hat sich der Verein 1993 neu konstituiert und führt seither den Namen "Verein für Kirche und Kunst". Er signalisiert damit Offenheit und Interesse auch für gegenwärtige künstlerische Äußerungen.
 
Im jetzt zurückliegenden Jahrzehnt hat der Verein zu erheblichen Veränderungen im Verhältnis von Kirche und Kunst beigetragen: Mit seiner Hilfe sind eine landeskirchliche Kunststiftung und das Vollzeit-Amt des Kunstbeauftragten entstanden. Heute sind es mehr als 2000 Mitglieder, die zur Kunstförderung in der Evange-

lischen Landeskirche in Württemberg beitragen, darunter Kirchengemeinden, Künstler, Architekten und kunstinteressierte Kirchenmitglieder

 

Vorstand:

Otto Friedrich, Dekan (1. Vorsitzender), Bernhard Huber, Bildender Künstler (2. Vorsitzender), Johann Albrecht Schüle (Finanzen)

 

Assoziierte Vorstandmitglieder:

Johannes Koch, Pfarrer (Öffentlichkeitsarbeit), Reinhard Lambert Auer M.A. , Kunstbeauftragter der Landeskirche